venerdì 27 dicembre 2024

Die Wiederholung (Selbsterfahrung 1)

Kevin mit y beklagt sich bei seiner Mutter, es sei immer so laut in der Klasse, er verstehe den Lehrer nicht. "So laut?", fragt sie. "Ja wie? Und der Lehrer?" "Kriegt es nicht geregelt."

Nachmittags um fünfe, Überstunden, die hier keinen Namen haben: Die angespannte Mutter von Kevyn sitzt am Tisch, daneben eine lächelnde Elternvertreterin. Auch ein freundlicher Klassenlehrer ist da und gibt sich Mühe, ihm gegenüber: ich. 

Mutter: Ihr Sohn habe sich beklagt über zu viel Krach in der Klasse. Ganz zu Recht, möchte ich anfügen, wenn der liebe Kleine nicht einer derer wäre, welche da pausenlos Lärm entwickeln. 

"Müssen se durschgreife!", kräht die Mutter. Sage nichts. 

Der Kollege erläutert inzwischen, wie ich in meinem Unterricht die Diktate machen solle, Elternvertreterin nickt. Sage nichts. 

Stay cool, könnte ich sagen, ich diktiere seit 35 Jahren, wenn auch ohne Referendariat. Ich sage nichts, denn ich habe ein altes Lied im Ohr. 

Ich war dreizehn und um mich herum gab es Erwachsene, welche mir erklärten, was und wie ich tun, wie ich sitzen, stehen, wie ich ein tüchtiger Mensch und wie ich es zu etwas bringen könne. Dazu nickte ich immer nur und wusste nicht, nur, dass ich keinesfalls so werden wollte wie sie. 

Das Lied? 




 J’avais vingt ans. Je ne laisserai personne dire que c’est le plus bel âge de la vie. Tout menace de ruine un jeune homme  (Paul Nizan)

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